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1974

1974

Autor:
Verlag: Heyne Verlag
Sprache:
Genre: Krimi
Erschienen: 2006-03-06

MNB Bewertung: (3/5)
ISBN: 9783453675087
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Inhalt
Vorweihnachtszeit 1974 in Yorkshire. Edward Dunford tritt seinen Traumjob an: Gerichts- und Polizeireporter bei dem Provinzblatt Evening Post. Gleich seine erste Recherche verspricht einen großen Fall. Die kleine Clare Kemplay ist spurlos verschwunden. Nachdem Dunford erfährt, dass bereits in den vorangegangen Jahren mehrere Mädchen entführt und ermordet wurden, wittert er die große Story. Er scheint jedoch der einzige zu sein, der eine Verbindung zwischen den Morden der Jahre zwischen 1969 und 1972 und dem jüngsten Fall herstellt -- oder herstellen möchte. Polizei und Journalistenkollegen nehmen sich des Verbrechens nur zaghaft an. Umso besessener stürzt sich Dunford auf den Fall. Gegen alle Widerstände aus seiner Redaktion und von Seiten der Behörden gerät er in den Sog seiner Ermittlungen und in ein Geflecht aus Alkohol, Gewalt und Korruption. Weder der Mord an einem Kollegen noch die Warnungen von verschiedenster Seite bringen ihn davon ab, nach dem vermeintlichen Serienmörder zu suchen. Denn wenn er recht behält, hat er sich endgültig gegen seine Konkurrenten bei der Zeitung durchgesetzt, und seiner Karriere steht nichts mehr im Wege. Er dringt immer tiefer in den Sumpf aus Desinteresse und Intrigen ein. Statt den Fall zu den Akten zu legen, steigert sich seine Hartnäckigkeit selbst dann noch, als er brutal zusammengeschlagen und schwer verletzt zurückgelassen wird. Für ihn scheint es keinen Weg zurück zu geben -- bis zur letzten Konsequenz. 1974 ist der erste Teil des Red Riding Quartetts, in dem David Peace das England der siebziger und frühen achtziger Jahre beschreibt. Dies hat ihm in seiner Heimat den Ruf als einer der wichtigsten neuen Stimmen der Literatur eingebracht. Dies kann man nach Lektüre des Romans durchaus nachvollziehen. Peace nimmt Bezug auf den realen Fall des Yorkshire Rippers. Dieser Serienmörder erschütterte in den späten siebziger Jahren den Norden Englands. 1974 ist eine treffliche Chronik des Zeitgefühls. Finster, verunsichert und teilweise hysterisch ist die Stimmung in der Peace den jungen Reporter ermitteln lässt. Dunford ist kein sympathischer Held, er ist ein unreifer, letztlich egozentrischer Mensch, der seine Chance auf einen Karrieresprung wittert, und sich nachgerade unabsichtlich immer tiefer in den trostlosen Ermittlungen verliert. Höchst erfreulich, dass man beim Liebeskind Verlag diesen im Original bereits 1999 erschienen Roman entdeckt hat, der sich beeindruckend von den üblichen Serienmörder-Thrillern abhebt. Hoffentlich kommen auch die deutschen Leser bald in den Genuss des kompletten Quartetts. --Josef K. Weinreb